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Rapunzel, lass dein Haar hernieder

Theater- und Bühnenbild-AG des Nordpfalzgymnasiums inszeniert die furiose Eigenproduktion „Rapunzel, lass dein Haar hernieder

Der Eintritt war frei – oder doch nicht? Denn das neueste Stück der NPG-Theaterleute begann, als sich am Donnerstagabend der Aula-Vorhang öffnete, mit dem Popsong der Gruppe Pur „Komm mit ins Abenteuerland“, in dem es heißt:  „Der Eintritt kostet den Verstand!“ und den konnte man tatsächlich verlieren in dem wirbelnden und verwirrenden Märchen-Panoptikum, das die von ihrem Spiel durch- drungenen Schüler/innen-Akteure da auf die Bühne zauberten. Auf der anderen Seite musste man den Verstand und alle Sinne doch zusammennehmen, wenn man nicht nur staunen, sondern dem verschlungenen Geschehen samt den vielen Anspielungen und Zitaten angemessen folgen wollte.
Das so anspruchsvoll konstruierte Stück war als Eigenproduktion  in der letzten Projektwoche entstanden. Ein „Kreativ-Team“, bestehend aus Schauspieler/innen und weiteren Mitgliedern, plante diesmal etwas mit dem Schwerpunkt „Märchen“. Es entstand „Rapunzel, lass dein Haar hernieder“, denn dieser Stoff ließ sich gut mit anderen märchenhaften Handlungssträngen verbinden. Und so ergab sich aus all dem, was der Prinz auf der Suche nach seiner Angebeteten erlebt, ein munteres  „Unveröffentlichtes – Tatsächliches – Hanebüchenes“, so der Untertitel. Und „hane- büchen“, oft ziemlich frech war  schon, wie hier mit dem ehrwürdigen Kulturerbe, mit den Märchen und Balladen umgesprungen wurde. Aber bei aller Verwandlung, Aktualisierung, dem Einsatz der Popmusik blieb  der – freilich „augenzwinkernde“ – Respekt vor dem Überlieferten doch immer wichtig, wie Markus Bock, der Leiter von Projekt, AG und Inszenierung in einem Vorgespräch betonte.


Entstanden ist eine liebevoll-groteske Collage von Märchen, Balladen, Popsongs und eigenen Ideen: Schon zu Anfang sichtbar in der Szene, als Rapunzel (Cassandra Gampfer) , von der bösen Zauberin auf einen verschlossenen Turm verbannt, sich vor Sehnsucht nach dem Prinzen verzehrt, den sie auf einem Fest kurz kennen- gelernt hat (= Märchen). Exaltiert schreit sie ihren Frust aber hinaus in Form von Annette v .Droste-Hülshoffs Ballade „Am Turme“ und gleichzeitig raunt aus dem Off Peter Gabriel sein melancholisch-düsteres „My body is a cage“ – enorme Wirkung! – Überhaupt die Verquickung Stoffe! Das Spiel mit typischen Handlungselementen wie Rätseln, Wünschen, Verfluchungen! Und dann das dreiste Abändern der altbekannten Geschichten und Figurenprofile –  ermöglicht durch die „Erzähler/innen“, die sich um die richtigen Varianten streiten: Neben Leah Chormann, Adeline Dotz, Lisa Gellrich und Monique Mayer erzählen vor allem Fabian Dettling und Hannah Rudolph. Ersterer bekommt „Berufsverbot“, weil er die Kinder mit seinem allzu argen, zumal auch unsittlichen Stuss „verrückt“ mache, die andere hält sich zugute, dass sie die Märchen „jugendfrei“ gemacht habe, indem sie etwa den bösen Wolf in einen harmlosen Vegetarier verwandelte – worüber dieser sich am Schluss beschwert: „Ich leide. Als Vegetarier werde ich in meinem Rudel nicht mehr akzeptiert!“
Der Protagonist des Stücks, der Ritter-Prinz Delorges, zur Hälfte aus Schillers Ballade „Der Handschuh“  stammend, wird als tumber („dümmlicher“) Held präsentiert, eine ebenso lächerliche wie von Felix Mayer toll gespielte Erscheinung.  Wie hat man ihn ausstaffiert  mit seinen orangenen Shorts! Selbst in Rüstung (mit Klobürste als Helmbusch) wirkt er komisch und zieht Don-Quijote-artig mit seinem Knappen (Marcel Weiler)  durch den Märchenwald des glitschigen, ihm feindlichen „Schnatermann“, in zweiter Rolle gespielt von einem der Erzähler, die allesamt auch selbst in die Handlung eintauchen, so dass epische und szenische Darbietung immer wieder verschwimmen. Und der Prinz begegnet in diesem „Road Movie“ weiterhin: Schneeweißchen und Rosenrot, kapriziös dargeboten von den kleinen Zwillingen Leah und Sarah Hancock mit blonden Zöpfen, die dem Prinzen in Schnatermanns heimtückischem Auftrag Rätsel aufgeben, und den Sieben ZwergINNEN (!), die ihn am liebsten gleich dabehalten würden. Dörnröschen soll er wachküssen –  „Küsse sie endlich!“, ruft die Erzählerin, aber die Prinzessin (zum Glück gespielt von Nico Meyer) kann ihn gar nicht reizen, er will ja  Rapunzel finden, die ihrerseits in einer Zauberkiste flaschengeistgleich ein  Eichhörnchen (Lionel Sommer) findet, einen kleinen Springteufel mit schöner Maske. Der soll ihr gegen Nüsse ihren Prinzenwunsch erfüllen. Überhaupt ist der Prinz, der vorgibt, nur „nach dem Sinn des Lebens zu suchen“, von Frauen regelrecht eingekreist. Auch die Zauberin (Luisa Uptmoor) will ihn erwischen und hat den Wolf erpresst, ihn aufzuspüren. – Weitere Begegnungen: Hänsel und Gretel – die „jugendfreie“ Erzählerin beansprucht, sie vor dem Herd der Hexe bewahrt zu haben – , natürlich Rotkäppchen (goldig und putzig: Carolin Lommel) und die Großmutter, die endlich die erlösende Idee für das Happy End hat: Dem Ritter das finale Rätsel zu stellen, gesungen  von Paola: „Man kann es nicht hören, man kann es nicht sehn, / es tut oft weh und es ist doch schön …“: Alle tanzen übermütig und ausgelassen, indessen ist der Examinist  natürlich auch hier zu blöd auf die Lösung zu kommen, doch sein Knappe rettet ihn, und so kann Delorges Rapunzel endlich seine LIEBE gestehen mit dem Lied: „Ein Stern, der deinen Namen trägt…“. Das Ensemble (zu dem auch Emma Kurtz, Yannis Guthy und Luisa Wicht gehören) trägt Sterne mit lauter falschen Namen vorbei, weil der Ritter den Namen der Geliebten offensichtlich vergessen hat …
„Und wenn sie nicht gestorben sind, leben sie noch heute“, liest ein Erzähler vor. Aber wie leben sie? Der Vorhang öffnet sich noch einmal, und das Loriot-Ehepaar am Frühstückstisch erscheint: „Rapunzel, das Ei ist hart …“. – Das Stück endet mit turbulenten „Outtakes“, die alle Beteiligten noch einmal über die Bühne irren lassen, auch um noch alte Rechnungen zu begleichen. Das Publikum, bestens, liebenswürdig und geistreich unterhalten, spendet lebhaften Beifall, wie es auch im Stück immer wieder in rhythmisches Klatschen verfallen ist – es ist ja auch Fastnachtszeit.

Die Bühnenbild-AG unter Leitung von Eva und Anreas Nikolai hatte den Märchen- Wald und und den Rapunzelturm sehr imaginativ erschaffen: Massige Baumstämme

erwiesen sich als multifunktional und konnten durch Drehen kurzfristig Innenräume wie Großmutters Wohnstube erzeugen. Ein tolles Wikingerschiff durchpflügte die Wellen. Projektionen erzeugten Hintergründe im Stil von Kinderbuch-Illustrationen. Das Technische wurde realisiert durch die von Wolfgang Kreutz‘ geleitete AG, die zum Beispiel dem Schnatermannwald durch magisch grüne Beleuchtung den nötigen amphibischen Charakter gab und die aufwendigen Musik- und Geräuscheinspie- lungen zuverlässig zur Wirkung brachte. – Beglückendes Schultheater!

Christoph Hanselmann

NPG-Basketball-Team erreicht Landesfinale

Beim Regionalentscheid in Mainz spielten unsere WK III-Mädchen gegen die Gymnasien Oppenheim und Theresianum Mainz um den Einzug ins Landesfinale und lösten diese Aufgaben bravourös.

Nach einem 25:23 Zittersieg unseres Teams gegen Oppenheim kam es nach einem deutlichen Sieg der Mainzer Mädchen gegen Oppenheim zu einem spannenden Finalspiel.

Hier erwischten die NPG-Spielerinnen den besseren Start und gingen schnell in Führung. Diese Führung schmolz aber auch ebenso schnell wieder und es stand kurz vor der Halbzeit 13:13. Im weiteren Verlauf spielten unsere Mädchen eine tolle Defense und ließen bis zum Abpfiff nur noch einen gegnerischen Punkt zu. Gleichzeitig punkteten Topscorerin Emma Bauer, ihre Schwester Meike sowie Mira Becker und Leonie Hanauer immer wieder, so dass sie einen letztlich deutlichen 33:14 Sieg herausspielten.

Am 2.2. geht es nun in Trier gegen die Gymnasien Neustadt/Wied und Trier um den Einzug ins JtfO-Finale in Berlin.

Fa

Tag der offenen Tür

Wie bei vielen ersten Schritten im Leben so ist auch der Schritt in die weiterführende Schule beängstigend.
Um Ängste abzubauen und sich vorzustellen, öffnete das Nordpfalzgymnasium am 19.01.2018 ab 14.00 Uhr seine Türen für alle Interessierten.
Es gab viel zu entdecken: Räume für die Fächer Deutsch und Mathematik, in denen geknobelt und gerätselt werden konnte. In der Sporthalle lockte ein aufwändiger Parcours die Besucher. Wer sich Mineralien unter dem Mikroskop ansehen wollte, war im Geografiesaal bestens  aufgehoben. In den Kunsträumen konnte sich jeder eine Gesichtsmaske anfertigen lassen. Orchester und Schauspiel präsentierten sich in der Aula und dem Musiksaal. Sogar die Rennmäuse des Schulzoos ließen meist geduldig die Streicheleinheiten der Besucher zu, während die
Kornnatter es vorzog sich in einer Ecke zu verstecken. Alle Sprachen waren vertreten u.a. mit Bildern von den Sprachreisen nach Frankreich, England und Amerika, die die Schule anbietet. Fachlehrer standen zur Verfügung, die uns Eltern kompetente Auskünfte über die zu erwartenden Anforderungen gaben, was die Entscheidung für den Schritt ins Gymnasium erleichtert.
Für meinen 10jährigen Sohn gab es jedoch zunächst nur ein Fach, zu dessen Räume er strebte: Physik. Biologie und Erdkunde standen gleich an zweiter und dritter Stelle seines Weges. Verständlich, da diese Fächer mit einer ausgefeilten Show sowie Experimenten lockten und die Grundschulen mit den umfangreichen Fachbereichssammlungen des NPG nicht konkurrieren können.
Für mich als Elternteil ist es überraschend zu sehen, wie sehr sich die Schule seit meiner Schulzeit verändert hat, aber auch in Details vertraut geblieben ist. Der Blick in die Klassenräume zeigt immer noch Tische, Bänke und Tafeln, an und auf denen Schülergenerationen gearbeitet haben. Aber zwei Computerräume, der Raum der Medienscouts und je ein PC mit Tastatur und Beamer in jedem Klassenzimmer sowie die elektronische Ausstattung der naturwissenschaftlichen Räume verweisen auf den Umgang mit modernen Medien, der am NPG gepflegt wird.
Neben allen diesen Einblicken waren auch die Gespräche mit dem Schulleiter Herr Franke, dem Orientierungsstufenleiter Herrn Schlosser sowie mit den Vertretern des Elternbeirates informierend und freundlich. Sie beweisen, dass die Schulleitung und das Lehrerteam des Nordpfalzgymnasiums sich bemühen die Türen für Kinder und Erwachsene nicht nur am Tag der offenen Tür, sondern auch an jedem regulären Schultag offen zu halten.
C. Bidinger (Mutter)

„Das ist eine coole Schule“

Das war der Kommentar eines Grundschülers am vergangenen Freitagnachmittag auf dem Pausenhof des Nordpfalzgymnasiums in Kirchheimbolanden, das zum „Tag der offenen Tür“ eingeladen hatte. Die Veranstaltung war speziell für Grundschüler in den 4. Klassen – also potenzielle neue Gymnasiasten – und deren Eltern gedacht, die sich die Schule anschauen und auch den Vorführungen und dem Programm einzelner Fächer beiwohnen konnten. Offene Türen fand man an den Klassen-, Fach-, Vorbereitungs- und Sammlungsräumen, wobei letztere im Schulalltag den Schülern nicht zugänglich sind. Für das leibliche Wohl war auch gesorgt: In der Mensa wurde Kaffee und Kuchen von der 11. Jahrgangsstufe angeboten; das Fach Französisch punktete mit Crêpes-Verkauf.

Beim Betreten der Schule warteten im Foyer bereits fünf Anlaufstellen auf die Gäste: An einer Rezeption erhielt man ein ausführliches Programm mit einem Raumplan – außerdem standen eifrige Fünftklässler bereit, die man als Lotsen engagieren konnte. Die Schülervertretung (SV) informierte über ihre Arbeit;  Andrea Edinger vom Förderverein gab Auskünfte zu geförderten Projekten und verkaufte die 2-Jahres-Schrift, die zum Adventsbasar im vergangenen Dezember neu erschienen war;  schließlich war auch die Elternschaft durch den Schulelternbeirat unter Vorsitz von Barbi Driedger-Marschall vertreten und stand für Fragen zur Verfügung.  An einem großen Verkaufsstand wurden unter der organisatorischen Leitung von Michael Schmidt „Fairtrade-Artikel“ angeboten – Textilien, Lebensmittel und kleine Geschenkartikel. Diese Aktivität korreliert mit einer weiteren Veranstaltung: Am 21. Februar wird das NPG im Rahmen einer Feier in der Aula (Beginn 9.50 Uhr) zur Fairtrade-Schule ernannt.

Die Französisch-Lehrerinnen Birgit Cramer und Ingrid Aufenfeld-Eul hatten sich außer Crêpes noch mehr einfallen lassen. Im Vorfeld der Veranstaltung hatten sie in den Grundschulen des NPG-Einzugsgebiets einen Malwettbewerb initiiert, indem sie die Kinder aufgefordert hatten, Bilder zum Thema Frankreich anzufertigen und heute abzugeben. Kleine Preise winkten als Belohnung.  Ebenfalls etwas gewinnen konnte man an einem Glücksrad.

Im Fach Englisch koordinierte Rebecca Frei verschiedene Aktivitäten: Quiz über England und USA, Kreuzworträtsel in der Fremdsprache, Ausmalen von Figuren und Informationen über England in Wort und Bild.

Die Lateinlehrerinnen Sabine Stachel und Simone Bähr hatten „Römische Spiele“ vorbereitet, ließen die Kinder auf Wachstafeln schreiben und präsentierten ein Exemplar von Caesars „De Bello Gallico“ auf einer Schriftrolle.

Bei Andrea Freyer und Kathrin Mann von der Fachschaft Spanisch wurde man zu einer alkoholfreien erfrischenden Sangría eingeladen; außerdem hatten sie zum Knobeln Blätter vorbereitet, auf denen man Begriffe Deutsch-Spanisch zuordnen sollte.

In Mathematik konnte man spielen: U. a. Würfelschlange und das Kartenspiel Salute. Natalia Wies hatte außerdem die legendäre Holzbrücke von Leonardo da Vinci aufgebaut – an Hand von Bauplänen konnte man versuchen, sie nachzubauen.

Die Fachschaft Geographie hatte eine große informative Ausstellung „Kulturpflanzen der Erde“ vorbereitet: Hirse, Kakao, Reis, Mais, Kartoffeln, Maniok, Weizen und Zuckerrohr wurden präsentiert und konnten zum Teil verkostet werden. Geografische Puzzles sowie ein PC-Quiz rundeten das von Katharina Woydich-Hoffmann und Robert Schulz betreute Programm ab. Frau Woydich-Hoffmann hatte auch noch verschiedene Sorten Tee im Angebot.

In der Aula fanden unter der Regie von Sandra Siebecker Musicalproben statt. Das Musical lehnt sich bei „Die Schöne und das Biest“ an und wird am 8. Juni in der Aula uraufgeführt. In einem Probenausschnitt spielte  die Schülerin Jule Schatto den Gaston und sang ein Solo.

Im Raum der Fachschaft Bildende Kunst (BK) lagen einige Personen flach und ruhig auf Tischen; andere standen um sie herum, man kam sich vor wie in der Rechtsmedizin.  Die Aktivitäten waren allerdings unblutig, denn die Liegenden bekamen unter Aufsicht von Andreas Nikolai Gipsmasken verpasst, die sie später getrocknet mitnehmen durften.

Eva-Maria Saas und Rolf Bernhardt hatten für die Fachschaft Chemie „Kleine Schülerexperimente“, vorgesehen, wobei zwei besonders erstaunlich waren:  Eine Flüssigkeit aus Maisstärke und Wasser sollte mit den Händen geknetet werden, unerwartet wurde sie dadurch plastisch, also fest. Eine andere Station versprach das Auslöschen eines Teelichts mit „Nichts“. Das Teelicht befand sich am Boden eines Glases, das Auskippen eines offensichtlich leeren Glasbechers führte zum Erlöschen der Flamme. In dem Becher befand sich allerdings nicht „Nichts“, sondern ein unsichtbares Gas, nämlich Kohlenstoffdioxid, das sich auf Grund seiner Schwere auf die kleine Flamme legte und sie löschte.

Einer der Höhepunkte im Tagesprogramm war die traditionelle „Physik-Show“, die von den beiden Lehrern Markus Hochstetter und Dr. Rüdiger Spill professionell präsentiert wurde. Zum Thema „Mehr als nur heiße Luft“ führten sie einige verblüffende Experimente vor, die durch kindgemäße Erklärungen mit Sicherheitshinweisen und ab und zu einer Prise Humor sehenswert abgerundet wurden.

Einen weiteren Höhepunkt konnte man in der Sporthalle erleben. Zum einen war ein Rundparcours mit Turngeräten aufgebaut, zum anderen gab es unter der Leitung der beiden Sportlehrerinnen Juliane Weymann und Alexandra Roth-Grüner – beide stehen auch der Fachschaft Sport vor – eine Reihe von Schülervorführungen, also eine „Sport-Show“ zu sehen.  Im Einzelnen:  Rope-Skipping (Seilspringen) und Jumpstyle (Elektronischer Musikstil, verbunden mit Tanzsprüngen);  BallKoRobics ( Koordinationstraining mit Bällen und Aerobic-Elementen);  Stomp (Motorische Erzeugung rhythmischer Geräusche, hier mit Basketbällen);  Turnerische Darstellung von Szenen aus Harry Potter Filmen sowie Elemente vom Kunstradfahren, teilweise artistisch dargeboten von der 14-jährigen Carina Steger und der 16-jährigen Anna-Lena Becker, die beide am Radsportzentrum (RSZ) Ludwigshafen trainieren und schon zu diversen Meisterehren in ihren Altersklassen gekommen sind.

Auch die anderen Fachschaften hatten noch interessante Programmpunkte. In Musik stellte Dorlis Panzer die Schul-Keyboards vor, bei Hans-Peter Spanheimer konnte man eine Orchesterprobe erleben. Mit Gerhard Fieguth (Geschichte) durfte man Mosaiken mit historischen Motiven basteln. Im Fach Informatik wurden Medienscouts vorgestellt, das sind Schüler, an die man sich bei Informatikproblemen wenden kann. Einfache Verschlüsselungsverfahren konnte man hier ebenfalls kennenlernen.  Die Fachschaft Biologie, vertreten durch Maria Zertani und Simone von Blohn, öffnete ihre interessante Sammlung und präsentierte in einfachen Unterrichtsversuchen „Nawi (Naturwissenschaften) zum Kennenlernen“ sowie Mikroskopieren.  Manfred Kleen hatte in der Schulbibliothek mit Hilfe von Birgit Kremer eine Ausstellung von Jugend- und Fachliteratur vorbereitet sowie einen Bücherflohmarkt organisiert.

Dieter Kaffenberger

Spendenschecks vom Nordpfalzgymnasium

Am vergangenen Mittwoch in der dritten Stunde war die gesamte Schülerschaft des Nordpfalzgymnasiums in der Aula zugegen, als zwei Spenden von jeweils 3500 € überreicht wurden. Es handelte sich um den größten Teil der Summe, die beim Adventsbasar am 1. Dezember letzten Jahres eingenommen wurde. Freuen konnten sich darüber die „Donnersberger Initiative für Menschen in Not e. V.“ sowie der „Förderverein für Tumor- und Leukämiekranke Kinder Mainz e. V.“.

Zum Auftakt und am Ende der Veranstaltung präsentierte der Unterstufenchor unter Leitung von Rudolf Gilch zwei schwungvolle Lieder, begleitet von Bongo und Cello. Schulleiter Thilo Franke verband seine Begrüßung mit einer herzlichen Danksagung an alle, die den Erfolg des Adventsbasares ermöglicht hatten, an Eltern, Lehrer und vor allem an die Schülerinnen und Schüler. Danach überreichten der Schülersprecher Eren Cya Celepli und sein Stellvertreter Marcel Schneider die großformatigen Spendenschecks an Dr. Jamill Sabbagh von der Donnersberger Initiative sowie an Kai Leimig vom Vorstand des Mainzer Fördervereins.

Sabbagh skizzierte zunächst kurz die Ziele seines 2004 gegründeten Vereins: „Wer unverschuldet in Not gerät, braucht oft eine Soforthilfe. Wer durch ein persönliches Schicksal oder eine Naturkatastrophe existenzielle Probleme bekommt, findet ein offenes Ohr und eine offene Tür bei uns, unabhängig von Nationaltität oder Religion.“  Die heutige Spende wird eingesetzt werden für ein Schulprojekt auf Haiti. Haiti teilt sich die Insel Hispaniola in der Karibik mit der Dominikanischen Republik; sie nimmt den Westteil ein. Kaum ein Land auf der Erde hat so viele schwerwiegende Probleme wie Haiti:  Die innenpolitische Situation ist gekennzeichnet durch das Fehlen einer rechtsstaatlichen Ordnung und einer Infrastruktur, wie beispielsweise ordentliche Verkehrswege, außerdem sind Korruption, Wahlbetrug, Kriminalität, Drogenhandel sowie Ausbrüche von gewalttätigen Konflikten an der Tagesordnung. Die bisherigen Präsidenten haben sich zumeist selbst bereichert und ihrem jeweiligen Nachfolger ein Land im Chaos hinterlassen. Dazu kommen schwerste  Naturkatastrophen wie 2010 das stärkste Erdbeben in der Nord- und Südamerikanischen Geschichte mit rund 220.000 Toten und einer anschließenden Cholera-Epidemie mit etwa 20.000 Toten. 2016 wütete ein Wirbelsturm, der zwar „nur“ rund 1000 Opfer forderte, aber den größten Teil der Ernte sowie sehr viele Häuser zerstörte. Etwa 80% der Bevölkerung müssen von weniger als zwei US-Dollar am Tag leben. Das ist der Grund, weshalb die meisten das Schulgeld für ihre Kinder – 35 US-Dollar – nicht aufbringen können. Dies bedeutet, dass für rund 500.000 Kinder kein Schulbesuch möglich ist, was wiederum eine Analphabetenquote von rund 55% zur Folge hat. Mehr als die Hälfte der Haitianer sind unterernährt; da Grundnahrungsmittel unerschwinglich sind, essen sie häufig sogenannte „Dreckkekse“, die aus Lehm (!), Fett, Salz und Wasser hergestellt werden. Zusammenfassend muss man sagen, dass Haiti das ärmste Land der westlichen Hemisphäre ist.

In Kooperation mit der „Haiti-Kinderhilfe e. V.“ mit Sitz in Rockenhausen – die erste Vorsitzende Roswitha Weiß aus Marienthal ist häufig in Haiti vor Ort – soll die NPG-Spende für ein Schulprojekt am Stadtrand von Hinche im Inneren der Insel in einer von der Regierung bisher völlig vernachlässigten Region verwendet werden. Auf dem Gelände befinden sich (von älteren Projekten her) bereits ein Kindergarten und ein Brunnen; nun soll eine solide erdbebensicher gebaute Schule dazu kommen. Die Menschen, die dort leben werden erfahrungsgemäß mit anpacken; obwohl sie bettelarm sind, zeigen sie viel Kreativität und Energie, um ihre miserable Lage zu verbessern. Das Projekt mit dem schönen Namen „Mut für die Zukunft“ soll auch sicherstellen, dass die Kinder eine warme Mahlzeit pro Tag bekommen. Sabbagh legte großen Wert darauf, dass von der Spende kein Cent für irgendwelche Verwaltungskosten verloren geht, sondern dass die gesamte Summe dem Projekt zu Gute kommt.

Kai Leimig, der Vorstand des Mainzer Fördervereins für Tumor- und Leukämiekranke Kinder, zeigte sich begeistert von der großzügigen Spende und attestierte der Schülerschaft: „Ihr habt eine super Arbeit geleistet!“  Dass Kinder, die schwer an Krebs erkranken – jährlich etwa 1800 – einen radikalen Umbruch in ihrem bisherigen Leben erfahren, liegt auf der Hand. Trennung von der Familie, Schmerzen, Ängste, Ungewissheit sowie aufwändige und teilweise schmerzhafte Behandlungen sind die Begleiterscheinungen, die natürlich auch die Eltern und Geschwister belasten. Der 1984 von Eltern, Pflegekräften und Ärzten gegründete Verein möchte durch psychologische und psychosoziale Betreuung allen Betroffenen helfen, während des langen Klinikaufenthalts eine gewisse seelische Stabilität  herbeizuführen. In einem kurzen Film wurde dies thematisiert; im Zentrum stand dabei das sogenannte „Elternhaus“, ein Gebäude in der Nähe der Uniklinik Mainz, das Rückzugs- und Austauschmöglichkeiten bietet, also ein „Heim auf Zeit“ für alle Betroffenen darstellt. Der Verein leistet auch Trauerbegleitung, wenn Kinder verstorben sind und kümmert sich um Nachsorge bei geheilten Patienten.

In Zusammenarbeit mit der „Stiftung Krebskranke Kinder Mainz“ soll das Geld vom NPG für die Neugestaltung und Einrichtung eines Spielzimmers verwendet werden;  in dem bisherigen, das von den Kindern sehr gut angenommen wurde, befindet sich mittlerweile ein Büro. Die Stiftung wurde 2010 in Anlehnung an den Förderverein gegründet – Kai Leimig ist hier ebenfalls der Ansprechpartner.

Zum Abschluss wurde die Bedeutung der Veranstaltung von Schulleiter Franke nochmals hervorgehoben, indem er betonte, dass der damit verbundene Unterrichtsausfall absolut gerechtfertigt war und die Spenden an die richtigen Adressen gegangen sind. Franke: „Ich habe den Eindruck, dass hier jeder Cent sehr gut eingesetzt wird.“

Weitere Informationen:

www.donnersbergerinitiative.de
www.haiti-kinderhilfe.org
www.krebskrankekinder-mainz.de

Dieter Kaffenberger