Die Schulimkerei

BEE Happy ist seit diesem Schuljahr wieder Programm am NPG

Mit Beginn des neuen Schuljahres 2021/22 summt und brummt es nach zwischenzeitlicher Unterbrechung wieder am Nordpfalzgymnasium. Die AG Schulimkerei hat, derzeit im Rahmen von Lernen & Spielen, ihre Arbeit aufgenommen und begleitet die derzeit drei schuleigenen Bienenvölker durch das Bienenjahr. Voller Motivation und Begeisterung kümmern sich aktuell 9 Jungimker (der Klassenstufen 5 und 6) um die fleißigen Bienen und ihr Zuhause.

Der außerunterrichtliche Lernort „Schulimkerei“ bietet ein ideales, alltagsbezogenes Lernfeld und fördert die Auseinandersetzung mit alltagsbezogenen Themen wie Ökologie, Biodiversität, Landwirtschaft und Ernährung. Bei der Arbeit an und mit den Bienen übernehmen unsere Schülerinnen und Schüler zusätzlich zur inhaltlichen Auseinandersetzung ganz oder teilweisedie Verantwortung für Lebewesen, zu denen sie Empathie aufbauen. Darüber hinaus werden auch Erfolgserlebnisse geschaffen: Denn die sorgsame Haltung und Pflege der Bienen schützt nicht nur deren Gesundheit, sondern belohnt die Schulgemeinschaft mit leckerem Honig.

Ihr habt Interesse an der Imkerei und wollt auch Teilnehmer in unserer illustren Gruppe werden? Dann sprecht uns einfach an!

 

Ansprechpartner: Herr Zimmer, Herr Schulz

Dem Körperbau der Biene auf der Spur

Rund ein halbes Jahr haben sich die Jungimker bereits mit unseren Schulbienen beschäftigt. Doch bei all den Arbeiten rund um den Bienenstock ist der Körperbau der Honigbiene bislang noch etwas kurz gekommen. Mit Lupe, Binokular und Smartphone ausgestattet, haben sich alle AG-Teilnehmer mit viel Interesse den äußeren Bau mit all seinen typischen Insekten- und im Speziellen Bienen-spezifischen Merkmalen (Facettenaugen, Saugrüssel, Sammelbein etc.) betrachtet. Und wie es der Zufall so wollte, war sogar eine Varroa-Milbe aufzufinden, die, NA KLAR!, auch gleich unter dem Binokular landete.

Bienenwachs für die Lippen

Das neue Kalenderjahr startete ganz praktisch für unserer Jungimker. Die kalten Temperaturen strapazieren ab und an nicht nur unsere Nerven, sondern auch Haut und Lippen. Gegen die trockenen Stellen hilft meist nur eine schützende Creme oder ein „Labello“. Doch auch für diesen Fall spenden uns die Bienen einen ihrer Rohstoffe, um daraus in kurzer Zeit selbst ein in der Herstellung unkompliziertes Pflegeprodukt zu erhalten. Auf Basis von reinem Bienenwachs, Olivenöl, etwas Honig und Minzöl wurde im Handumdrehen ein wohlduftender Bienenwachs-Minze-Lippenbalsam hergestellt. Trockene Lippen sind ab sofort passe’……

Winter-Varroabehandlung bei kalten Temperaturen

Noch im alten Jahr nutzten unsere Jungimkerei die niedrigen Außentemperaturen, um die letzte Behandlung gegen die Varroa-Milbe im Bienenjahr durchzuführen. Im Gegensatz zur Sommerbehandlung, bei der Ameisensäure zum Einsatz kommt, setzen wir im kalten Winter Oxalsäure ein. Die Oxalsäure wurde zunächs mit einer Zuckerlösung gemischt und anschließend über eine Spritze mit Schlauchkanüle auf die in den Wabengassen sitzenden Winterbienen geträufelt. Während bei der Behanldung im Sommer die Ameisensäure durch die hohen Temperaturen verdunstet und sich so im Bienenstock verteilt, verteilen die Winterbienen, die an ihnen haftende Oxalsäure durch Körperkontakt selbst. Auf diese Weise sollten unsere Bienen möglichst gut gegen den kleinen Parasiten geschützt sein.

Von Süßigkeiten und Kerzen

Kurz vor Weihnachten duftete es noch einmal wunderbar in der Schulimkerei-Werkstatt: Unsere JungimkerInnen stellten handgemachte Honig-Bonbons (in den Geschmacksrichtungen Honig-pur, Honig-Zitrone und Honig-Vanille her. Hier kam auch der letzte Zuckerliebhaber auf seine Kosten.

Und damit auch alle SchülerInnen für zu Hause noch ein letztes last-Minute-Geschenk als Überraschung präsentieren konnten, fertigten alle mit viel Fleiß und Muße Wachskerzen an. Durch Rollen oder Ausstechen von speziellen Wachsplatten formten alle TeilnehmerInnen Wachskerzen in unterschiedlichen Formen und Größen. Die Beschenkten zu Hause werden sich bestimmt gefreut haben.

Winterzeit = Vorbereitungszeit

Häufig werden wir in der kalten Jahreszeit gefragt: Was macht ihr denn in der Schulimkerei eigentlich im Winter? Stimmt, regelmäßige Gänge zu den Bienen sind aufgrund der Witterungsverhältnisse leider nicht möglich. Doch da es im Frühjahr, wenn die Temperaturen wieder in die zweistelligen Skalenbereiche klettern, oft schnell gehen muss, müssen alle Vorbereitungen für das neue Bienenjahr getroffen sein. Daher gilt: Winterzeit = Vorbereitungszeit.

Zwei klassische Tätigkeiten eines jeden Imkers im Winter ist das Streichen der Bienenbeuten und das Einlöten von Mittelwänden. Beim Streichen der Bienenbeuten werden sämtliche Bauteile einer Bienenbeute mit einer wetterfesten Lasur versehen. Das Einlöten der Mittelwände dient als Hilfestellung für die Bienen beim Ausbau ihrer Wachswaben. Die Bienen würden auch ohne Hilfe innerhalb ihrer „Wohnung“ (der Bienenbeute) fleißig Waben aus Wachs bauen. Dieser „Wildbau“ ist für die Arbeit an und mit den Bienen recht kompliziert und macht eine Kontrolle des Volkes und eine reibungslose Honigernte sehr schwer. Daher werden den Bienen bedrahtete Holzrähmchen als Baurahmen vorgegeben, die in die Bienenbeute gehängt werden. In diese Holzrähmchen werden vorgefertigte Wachsplatten eingelötet (eingeschmolzen), welche dann von den Bienen sauber ausgebaut werden. Da im Frühjahr häufig Rähmchen getauscht oder die Honigräume mit neuen Rähmchen bestückt werden müssen, ist es sinnvoll, derleit Tätigkeiten in Ruhe bereits im Winter zu erledigen.

Und wie fleißig unsere NPG-Jungimker waren, beweisen eindeutig die Bilder. Akkordarbeit am laufenden Band!!! Wir sind gerüstet für das nächste Jahr!

Die Honig-Sommeliers sind los! Honig = Honig? Auf gar keinen Fall....

Auf dem Brot, beim Kochen oder als natürliches Süßungsmittel ist Honig kaum mehr wegzudenken. Doch vor allem pur ist er ein wahrer Genuss und dabei vielfältiger als so manch einer denkt. Von flüssig bis fest oder von fruchtig über blumig bis malzig; im Geschmack, Geruch und in Konsistenz ist Honig so vielfältig wie unsere Geschmäcker selbst. Um unseren Jungimkern die Vielfalt an Honig näher zu bringen, schlüpften sie kurzer Hand in die Rolle eines Honig-Sommeliers und untersuchten auf genussvolle Art und Weise die Honigproben. Vom süßen Raps- und Obstblütenhonig bis hin zum kräftig-intensiven Waldhonig und malzigen Edelkastanienhonig kamen alle Teilnehmer auf ihre Kosten. Und so manch ein Jungimker entdeckte einen neuen Lieblingshonig. Ein geschmackvolles und aromatisches Erlebnis bei tristem Herbstwetter!

Kontrolle muss sein, Durchsicht ist besser

Im Zuge der spätsommerlichen Varroa-Behandlung und der Wintereinfütterung ist es stets wichtig, einen Überblick über den Zustand der Bienenvölker zu bekommen. Daher ist es ein fester Bestandteil unserer allwöchentlichen Treffen, dass unsere Jungimker die Bienenvölker zu Beginn der Treffen gründlich durchschauen und kontrollieren: Wie viele Bienen zählt das Volk? Wieviel Honig haben die Völker als Reserve? Ist die Königin zu finden? Gibt es Eier, offene und/oder verdeckelte Brut? Sind alle Fragen beantwortet? Ja, dann steht noch die Wabenhygiene auf dem Plan: Alte, dunkle Waben werden gegen neue ausgetauscht und die Rähmchen mit Hilfe des Stockmeißels von klebrigem Propolis befreit.